Katharina Körting | 14.09.2016

Eine neue Broschüre erzählt aus evangelischer Sicht anschaulich von ökumenischen Begegnungen in und um Seyda.

Im Kirchenkreis Wittenberg leben gut zehn Prozent evangelische Gläubige (im restlichen Sachsen-Anhalt sind es 16,7%*), davon 3,5 % katholische Gläubige. Im bundesweiten Vergleich ist Sachsen-Anhalt neben Brandenburg das Bundesland mit den wenigsten Christlichen überhaupt. Es ist auch die am wenigsten katholisch geprägte Region. Das Bistum Magdeburg, zu dem die Region Wittenberg zählt, verzeichnet nur 3% der Bevölkerung als Mitglieder. Bis 1914 gab es hier fast keine katholischen Gläubigen. Doch haben katholische Christinnen und Christen auch hier das Land mit gestaltet. Insbesondere nach 1945 galt es, sich in der Diaspora zurecht zu finden - und mitunter hat gerade die Tatsache, dass man gemeinsam einer christlichen Minderheit angehört, einen ökumenischen Geist befördert - auch wenn "katholsch" im Fläminger Platt bis heute synonym steht für "verkehrt"…

Einen sehr persönlichen Eindruck von der produktiven Koexistenz evangelischer und katholischer Christinnen und Christen gibt Pfarrer Thomas Meinhof aus Seyda in der neuen Broschüre "Katholisch in Luthers Land. Ökumenische Begegnungen in und um Seyda". Sie erzählt anschaulich vom Zusammenleben, von ganz gewachsener Ökumene in Ritus und Alltag, von Menschen und Begegnungen rund um Seyda - und von einem Besuch des Lutheraners bei Papst Franziskus in Rom. Meinhof erinnert daran, dass viele nur scheinbar rein "katholische" Bräuche wie etwa die Beichte von Martin Luther gar nicht grundsätzlich abgelehnt wurden - der Reformator hat selbst der Beichte bedurft. Und er berichtet von heutigen Begegnungen etwa durch eine jährliche Rad-Wallfahrt der katholischen Gemeinde Wittenberg-Jessen nach Seyda, die dort die Messe feiert oder vom Bau der ökumenischen Kapelle in Mark Zwuschen 2009-2012.

*Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2015.

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