Katharina Körting | 06.10.2016

In Prettin, einem für für Luther bedeutsamen Ort, gibt es zum Jubiläum 2017 eine neue Spezialität nach altem Rezept.

Die Antoniter-Mönche gründeten im Jahr 1300 ihr Kloster "Lichtenbergk" in Prettin. Der Prettiner Antoniter-Tee 2017, gemischt vom Prettiner Teehaus Wirtz, würdigt deren heilkundiges Wirken ebenso die Offenheit der Mönche für reformatorische Ideen. Der Prettiner Antoniter-Tee ist eine Initiative der Prettiner Gemeindepädagogin Almuth Heinze, um an die vielschichtige Reformationsgeschichte in der Region zu erinnern.

Bis 1525 waren die Antoniter im Prettiner Kloster Haus Lichtenbergk aktiv. Dieser Orden widmete sich der Heilkunde und pflegte insbesondere Kranke.

Geheime Beratungen im Antoniterkloster Prettin während der Frühreformation

Prettin war als Stätte geheimer Beratungen von großer Bedeutung für den Fortgang der Reformation. Der Antoniter-Präzeptor Wolfgang Reissenbusch war nämlich ein Kollege und Freund des Reformators und Kanzler an der Wittenberger Universität. Im Antoniterkloster traf Martin Luther1518 mit dem Kurfürsten Friedrich dem Weisen und dessen Geheimschreiber (und Beichtvater) Georg Spalatin zusammen. Seitdem hatte Luther in Friedrich und seinem Nachfolger zuverlässige Schutzherren.

1520 kam es in Prettin zu einem weiteren Treffen mit Philipp Melanchthon und dem päpstlichen Gesandten Karl von Miltitz. Es folgte der endgültige Bruch mit Rom. Nun geriet das Mönchtum in der Mutterregion der Reformation ebenso aus der Mode wie der Zölibat. 1525 wurde nicht nur Martin Luthers Ehe mit Katharina von Bora geschlossen - auch das Klosterleben hatte ein Ende.

Zuflucht für Elisabeth von Brandenburg vor gewalttätig altgläubigem Ehemann

Von 1536 bis 1546 fand hinter den einstigen Klostermauern die reformatorisch gesinnte Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg Schutz vor ihrem Ehemann - Kurfürst Joachim Nestor hatte gedroht, sie lebendig einzumauern, wenn sie der neuen protestantischen Lehre nicht abschwöre. Elisabeth ließ sich jedoch nicht beirren. So spaltete die Reformation nicht nur die Kirche, sondern auch Eheleute, Freundschaften, Familien… Das Klostergebäude existiert nicht mehr. Auf seinem Grund befindet sich das Renaissanceschloss Lichtenburg.

Auch die Antoniter sind längst fort - aber ihren Namenspatron, den heiligen Antonius bitten katholische Gläubige bei verschiedensten Anliegen auch heute noch um Hilfe, sei es Unfruchtbarkeit, Fieber, Schiffbruch, Kriegsnot, Viehkrankheit, Verlust von Dingen, Geburt, Partnersuche oder dem Altwerden.

Eine vielschichtige Mischung

Ähnlich vielfältig wie die Antonius zugeschriebenen Kräfte gestaltet sich die Teemischung seinem Orden zu Ehren. Entsprechend der überlieferten Rezeptur des Antoniter-Balsams enthält der Tee Nussblätter, Erdbeerspinat, Lattich, Wegerich, Holunderblätter, Huflattich, Brennessel, Brombeere, Himbeere.  Möge er beitragen, alte Wunden zu heilen und neue zu verhindern.

Der Prettiner Antoniter-Tee ist für drei Euro erhältlich bei ausgewählten Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum 2017 und im Teehaus Wirtz. Beim Erntedankfest  "5 Jahre Offene Höfe" am 2. Oktober 2016 haben Konfirmand*innen 73 Teetüten verkauft. "Eine tolle Bilanz", freut sich die Initiatorin Almuth Heinze. Die Hälfte des Erlöses fließt in MÖNSCH MARTIN MUSICAL. Weitere künftige Erlöse sind für Jubiläumsprojekte im PFarrbereich Annaburg-Klöden-Prettin bestimmt.

Fotos: Sonja Reller


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Losung vom 23.09.2017
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? In seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade.
Psalm 8,5 Epheser 1,4-6

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