Katharina Körting | 28.11.2016

Das Reformationsjahr 2017 bietet Anlass zur Erneuerung. Die "Christophoruskirche" in Gossa beginnt.

Mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 haben die vier Gemeindekirchenräte(GKR) des Pfarrbereichs Krina eine (Um)Benennung seiner bislang namenlosen Kirchen beschlossen. Den Anfang macht die Kirche in Gossa: Am 27. November 2016 erfolgte hier mit einem Festgottesdienst die Namensgebung als "Christophoruskirche Gossa".

Christophorus war ein frühchristlicher Märtyrer. Die katholische und die orthodoxe Kirche verehren ihn als Heiligen. Meistens erscheint er als großer Mann mit Stab, das Jesuskind auf den Schultern über einen Fluss tragend. Er gilt als Schutzheiliger der Reisenden. Von ihm gibt es in der Kirche eine Ritzzeichnung im Putz (2. Hälfte 13.Jhd.), Reste seiner Figur als Übermalung einer anderen Ritzzeichnung und nun - ganz neu - eine Darstellung als moderne Glasmalerei nach einem Entwurf von Jochem Poensgen (Soest).

"Die Bezugnahme einer Kirche auf einen konkreten Aspekt des Glaubens fordert die Auseinandersetzung heraus", erläutert Pfarrer Albrecht Henning das Vorhaben. Ziel sei auch eine verstärkte individuelle Identifikation der Gemeindeglieder mit "ihrer" Kirche.

Vorreformatorisch sind keine anderen Kirchennamen im Pfarrbereich belegt

Zunächst galt es, mit dem Landeskirchenamt zu klären, ob es Hinweise auf Namen für die Kirchen im Pfarrbereich Krina in alten Verzeichnissen gibt, da die Kirchen ja zumeist in vorreformatorischer Zeit erbaut worden sind und daher sicherlich andere Namen trugen als "Dorfkirche xy". Überliefert ist jedoch kein alter Name, so dass der GKR eigene Namen überlegt hat. Superintendent Christian Beuchel hat die neuen Namen mit einer theologischen Stellungnahme bestätigt, und auch das Kreiskirchenamt hat die Benennung genehmigt.

Die Kirche in Rösa wird am 15. April 2017 (in der Osternacht) zur "Auferstehungskirche", Krinas Gotteshaus wird am 22. April 2017 zur "Trinitatiskirche". Die bisherige "Barockkirche Burgkemnitz" wird am 25. Mai 2017 (Christi Himmelfahrt) umbenannt in "Barockkirche Christi Himmelfahrt". Ausgangspunkt ist hier das entsprechende Deckengemälde. Die "Dorfkirche Gröbern" wird an 19. August 2017 im Rahmen eines Wandelkonzerts wegen der Schnitzfigur in der Kirche zur "Elisabethkirche". In Erinnerung an Elisabeth von Thüringen soll hier der diakonische Aspekt für den Ort und den Pfarrbereich betont werden. Die Schwemsaler Kirche wird am 10. September 2017 (Tag des offenen Denkmals) zur "Erlöserkirche", und in Schlaitz wird es ab dem 30. September 2017 wegen einer geschnitzten spätgotischen Marienfigur eine "Marienkirche" geben.

"Hier bin ich": 2017 gibt es sieben neue Kirchennamen

Bis auf Schköna und Hohenlubast erfolgt die Namensgebung aller Kirchen des Pfarrbereichs Krina im Jubiläumsjahr 2017. In beiden Kirchen sind die Sanierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen, eine Planung ist hier deshalb schwieriger. Hohenlubast wird zur "Dornbuschkirche" - wegen eines geplanten Dornbuschs im Altarraum. Der brennende Dornbusch gilt im Exodus als Zeichen für Mose Berufung: "Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und die wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt. Als aber der HERR sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich." (Ex 3,2-4)

Im Rahmen der Innensanierung ist für die künftige "Christuskirche Schköna" ein geschnitzter lebensgroßer Christkönig vorgesehen, der ohne Kreuz und im Altarraum schweben soll.

Alle Kirchen sind sehr sehenswert und freuen sich auf interessierte Besucher*innen 2017 und darüber hinaus. Ansprechpartner ist der zuständige Pfarrer Albrecht Henning, Tel.: 034955-20275, Mail: henning-mail@gmx.de


Veranstaltungskalender
Losung vom 23.09.2017
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? In seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade.
Psalm 8,5 Epheser 1,4-6

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