Katharina Körting | 02.04.2017

Voller Saal bei der Preisverleihung sola scriptura 2017. Und das Buch zum Schreibwettbewerb ... ist jetzt da!

Zur Preisverleihung am 1. April 2017 im Refektorium des Lutherhauses sind die Autorinnen und Autoren zum Teil von weither gekommen. Der Lyriker Bernhard Winter etwa reiste aus dem bayerischen Bad Schwaben an, um sein Gedicht Dolmetsch vorzutragen. Den Schreibwettbewerb sola scriptura 2017 hatte der  Kirchenkreis bundesweit ausgeschrieben. Die Abschlussveranstaltung  moderierte Christian Beuchel, Superintendent  des Ev. Kirchenkreises, gemeinsam mit der Initiatorin Katharina Körting.

Zur Preisverleihung konnten die Autorinnen ihr Werk erstmals in die Hand nehmen: Die Anthologie versammelt 99 Texte verschiedener Genres von Jugendlichen und Erwachsenen.
 

"Ich brauche kein Geschrei"

Die Erstplatzierten Jutta Oltmanns (Niedersachsen) und Isa Susan Doege (Gräfenhainichen) trugen am Sonnabend ihre Texte vor. Isa Doeges Essay Bemerkungen zu den Leistungen Martin Luthers - eine kurze Provokation erinnert daran, dass der Reformator auf einem Sockel nicht am rechten Platz ist. Jurymitglied Matthias Schollmeyer, promovierter Theologe, Autor und Pfarrer in Zahna, begründete  die Wahl von Die zwölfte Nonne, den Jutta Oltmanns geschrieben hat. Zwei Sätze der Kurzgeschichte haben es ihm besonders angetan: Er hat mein Herz nicht berührt und Ich brauche kein Geschrei. Auch dieser Text verzichtet auf eine Glorifizierung von lautstarker Veränderung zu Gunsten einer leisen inneren Freiheit, die nicht zuletzt Martin Luther immer wieder betont hat.

Leben...? Oder nur existieren?

Auch die Ü18-Gewinnerin des zweiten Preises, Susanne Brandt (Flensburg), hat ihr Gedicht Was ich nicht kann vorgetragen. Die beiden Drittplatzierten Lavinia Maria Rütten (Krefeld) las Meine selbstgebastelten Preisschilder und wie schwer es ist, sie abzuknibbeln, und Emily Kósa (Wittenberg) las ihr Gedichte Wo gehst du hin und Das pure Leben. Die Laudatio auf Emily Kósa hielt der MDR-Journalist André Damm, ebenfalls Mitglied der Jury. Die letzten Verse des prämierten Gedichtes fordern auf:

Wir haben alles zu gewinnen
und nichts zu verlieren
und vor allem können wir leben
und nicht nur existieren!


Den zweitplatzierten Text in der Kategorie U 18, eine Kurzgeschichte mit dem Titel Blickbohrmaschine belobigte versiert Jury-Mitglied Anika Würz, Schülerin des Cranach-Gymnasiums und Jury-Mitglied. Der Text handle von Versagensangst beim musikalischen Wettbewerb vor Publikum, so dass aus Talent uns Spielfreude Leistungsdruck werde: "Die Augen der Zuschauer werden zu Blickbohrmaschinen." An Stelle von Clara Deifel (Ostfildern/Baden-Württemberg), las Katharina Körting, so dass alle prämierten Texte zu Gehör kamen.

Textarbeit: austeilen und einstecken

 Der Autor Jürgen Jankofsky, stellv. Bundesvorsitzender des Friedrich-Bödecker-Kreises und Geschäftsführer von dessen Landesverband verlieh als einer der Hauptsponsoren einen Sonderpreis für die Arbeiten, die Schüler*innen um die Wernigeroder Lehrerin Susanne Ristau während eines Klosteraufenthalts geschrieben haben. Kira-Victoria Straub trug stellvertretende für mehrere im  Kloster entstandene Texte Klosterleben im Selbstversuch vor, begleitet von ihren Mitschüler*innen Martin Müller, Anna-Rebecca Toppel und Maria Leidert.

Jankofsky begründete auch die Auswahl der Erstplatzierten Isa Susan Doege, deren Essay eine gelungene Provokation sei. Der Preis, ist eine mehrtägige Schreibwerkstatt des Friedrich-Bödecker-Kreises. Isa Doege wird hier schon im Mai teilnehmen und ihre Schreibfähigkeiten erweitern können. Da es bei Textarbeit nicht zimperlich zugeht, solle sie sich auf Kritik schon mal gefasst machen, warnte Jankofsky augenzwinkernd. "Wer austeilt, muss auch einstecken können", gab Isa Doege schlagfertig zurück.

Zum Schluss hatte das Publikum die Freude, den Kirchenmusiker Ulrich Lamberti über Luther-Chorälen improvisieren zu hören. Danach gab es erstmals Gelegenheit, das Buch zum Schreibwettbewerb zu erwerben. In der Publikation sind 99 Beiträge der Teilnehmenden und noch viel mehr Gedanken versammelt. Das Buch ist für 12 Euro Schutzgebühr zzgl. Versandkosten erhältlich.

Buchbestellung:
Ev. Kirchenkreis Wittenberg
Jüdenstr. 35-37
06886 Wittenberg
Mail: ev.kirchenkreiswittenberg@t-online.de
Tel 03491 403200

für die Farb-Fotos der Preisverleihung ist Maria Oltmanns und Tobias Thiel zu danken. Die beiden Schwarzweißbilder sind von Christian Melms.



Veranstaltungskalender
Losung vom 23.09.2017
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? In seiner Liebe hat er uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob seiner herrlichen Gnade.
Psalm 8,5 Epheser 1,4-6

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine www.ebu.de. Weitere Informationen finden sie hier. Herrnhuter Losungen